Kurze Geschichte des Engadiner Kammerchors

Im Jahre 1968 gründete Hannes Reimann den Engadiner Kammerchor, er war selbst der erste Dirigent. Unter ihm gelangten Händels „Messias“, Haydns „Paukenmesse“, „Die Jahreszeiten“ und „Schöpfung“, Mendelssohns „Elias“, Bachs „Weihnachtsoratorium“ und „Johannespassion“ zur Aufführung.

Im Herbst 1981 musste Hannes Reimann die Leitung aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Der Kammerchor stand vor dem Entscheid, sich aufzulösen oder einen Verein zu gründen. Die Wahl fiel zu Gunsten des Vereins aus. Als neuer Dirigent wurde Peter Appenzeller gewählt, unter dessen Leitung unter anderem die „Carmina Burana“ von C. Orff, „Das Alexanderfest“ von Händel und das „Stabat mater“ von Dvorak zur Aufführung gelangten. Aber auch Eigenkompositionen Appenzellers wurden uraufgeführt, so die „Set funtaunas Engiadinaisas“.

Nachfolger von Peter Appenzeller wurde im Jahre 1991 der Churer Bruno Haueter, der sich von Anfang auch massgeblich der stimmbildnerischen Weiterbildung des Chores widmete. Er dirigierte Händels „Messias“, Haydns „Sieben Worte des Erlösers am Kreuz“, Händels „Theodora“ und Brahms „Requiem“ nebst Messen und Liedern. Einer der Höhepunkte bildete das Konzert von Mendelssohns „Elias“ im Jahre 1998, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Engadiner Kammerchores. Der Kammerchor wagte sich im Hinblick auf die Jahrtausendwende auch an eine zeitgenössische Komposition: Das Konzert 2000 beinhaltete ein Auftragswerk des Bündner Komponisten Gion Antoni Derungs. Sein „Lied von der Liebe“ wurde zu einer musikalischen Neuerfahrung und bildete zugleich einen interessanten musikalischen Kontrapunkt zu Rossinis „Stabat mater“. Die Kritik sprach von einem Höhepunkt des Chores dank konsequenter Schulung.

Seit 2001 leitet Gaudenz Tscharner den Engadiner Kammerchor mit professioneller Kompetenz und grossem Engagement. Unter seiner Leitung gewinnt der Chor zunehmend an Präzision und flexiblem Agieren. Auch eine kultivierte Aussprache und ein ausgewogener Chorklang sind das Ziel seiner Arbeit. Unter Gaudenz Tscharner gelangten im Jahr 2003 die Aufführung von Joseph Haydns „Schöpfung“ zur Aufführung. Im Jahr 2004 führte der Engadiner Kammerchor die anspruchsvolle „Johannespassion“ von J. S. Bach auf. Es war ein Konzert, „...das man nicht so schnell vergessen wird.“ (Christian Buxhofer, Konzertkritiker) Im Jahr 2005 führte der Chor G. F. Händels letztes Oratorium „Jephta“ mit grossem Erfolg und besten Kritiken auf. Von Mozart führte der Engadiner Kammerchor das „Requiem“ im Jahre 2006, und die „Missa in c“ im Jahre 2010 auf. Das „Requiem“ von Brahms gelangte 2009 zur Aufführung. Im Jahre 2008 feierte der Engadiner Kammerchor mit Haydns „Jahreszeiten“ sein 40-jähriges Bestehen.

Das Ziel des Engadiner Kammerchores ist es, als Jahreskonzert grosse Chorwerke zur Aufführung zu bringen. Mit diesem Auftrag setzt er sich von den übrigen Chören der Region ab.

Madeleine Bacher, Präsidentin